MobiPro-EU

Sonderprogramm des Bundes

Sonderprogramm des Bundes zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa“

Die juniver Jugendberufshilfe Diakonie Hannover gGmbH ist seit 2015 Projektträger von zwei MobiPro-EU-Jahrgängen: 2015 und 2016.

„MobiPro-EU“ gibt ausgewählten jungen Menschen aus EU-Ländern die Chance, in Deutschland eine duale Berufsausbildung zu absolvieren.
Das Ziel ist der erfolgreiche Abschluss dieser dualen Berufsausbildung.

Durch qualifiziertes Personal von juniver Jugendberufshilfe Diakonie Hannover gGmbH werden die Jugendlichen dabei in unterschiedlicher Weise fachlich, sprachlich und sozialpädagogisch unterstützt. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte durch ein öffentliches Bewerbungsverfahren im Heimatland. Die ausgewählten Teilnehmenden haben einen intensiven Sprachkurs „Deutsch“ erhalten bis auf das Sprachniveau „B1“, der in Deutschland ausbildungsbegleitend fortgeführt wird bis Niveau „B2“.

Da in vielen Ländern Süd- und Osteuropas teilweise eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit zu Problemen führt, ist das MobiProEU-Programm in der Außenwirkung vorteilhaft, weil es einzelnen Personen zwischen 18 und 28 Jahren eine neue berufliche und persönliche Perspektive eröffnet.

In der Innenwirkung ist es ein innovatives und betriebsnahes Konzept zur Minderung des Fachkräftemangels in „Mangelberufen“ (nach der Vakanzzeitentabelle). Die kooperierenden Ausbildungsbetriebe und die Berufsschulen befinden sich in der Region Hannover. Inzwischen konnte ein weitreichendes und ständig wachsendes Netzwerk an Partnern aus unterschiedlichen Branchen, Berufsschulen, Kammern, Innungen, Behörden und Institutionen etabliert werden.

MobiPro-EU“ ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit finanziertes Sonderprogramm mit zeitlich befristeter Laufzeit, dessen letzer Jahrgang von Teilnehmenden im Jahr 2016 in eine Berufsausbildung gestartet ist. Die Jugendlichen werden bis zum Ende ihrer Berufsausbildung von uns begleitet und unterstützt.

Teilnehmende des Bundesprogramms MobiPro

Seit August 2015 befinden sich aktuell 12 Jugendliche aus Polen und Kroatien in diesem Programm: drei Hotelfachleute, ein Restaurantfachmann, zwei Köche, ein Bäcker, drei Friseure, ein Maler/Lackierer sowie ein KFZ-Lackierer.

Der zweite Jahrgang ist im August 2016 gestartet und es nehmen aktuell 18 Jugendliche aus Griechenland und Litauen daran teil: ein Restaurantfachmann, sechs Hotelfachleute, ein Bäcker, fünf Köche, eine Friseurin, zwei Elektriker, eine Staudengärtnerin sowie eine Altenpflegerin.

Für fast alle Jugendlichen ist es der erste längerfristige Aufenthalt im Ausland und damit eine große Herausforderung aus familiärer, sprachlicher, bürokratischer, fachlicher und kultureller Sicht. Neben einem umfassenden Sprachkurs stehen allen Teilnehmenden weitreichende finanzielle, fachliche und soziale Unterstützungen durch das Team „MobiProEU“ zur Verfügung. Dazu zählt, je nach Bedarf, zum Beispiel Hilfe bei der Wohnungssuche, der Dialog mit Vermietern, die Begleitung zu verschiedenen deutschen Behörden oder zur Botschaft der Heimatländer sowie Hilfen bei Ärzten und bei Krankenhausaufenthalten. Durch regelmäßigen Kontakt zu den Berufsschulen und Ausbildern erhalten die Jugendlichen vom Team „MobiProEU“ über die gesamte Ausbildungszeit vor Klausuren, Referaten oder den Kammerprüfungen intensive individuelle fachliche Vorbereitung.

Heimweh ist ein selbstverständliches und nachvollziehbares Phänomen, wenn man weit weg ist von zu Hause und der Familie. Verschiedene soziale Aktivitäten in Hannover und darüber hinaus tragen neben der Verarbeitung von Heimweh auch zur besseren Identifikation mit der neuen Heimat und Kultur bei. Dazu zählen neben Aktivitäten mit sozialpädagogischem Fokus auch Bildungsveranstaltungen wie z. B. Museumsbesuche, Besuch in den Herrenhäuser Gärten, Werksbesichtigungen, Studienfahrten nach Hamburg oder Berlin, Erkundungen oder auch Vorträge zu fachlichen Inhalten mit Bezug zur Lebenswelt der Teilnehmenden.